Sechsundvierzig Lautsprecher
Wird man zum ersten Mal mit der Tatsache konfrontiert, dass die YSP-5600 mit sage und schreibe 46 Lautsprechern inklusive separater Verstärkerstufen ausgestattet ist, könnte man meinen, die verantwortlichen Ingenieure wären das Projekt unter dem Motto „Viel hilft viel!“ angegangen, gleichzeitig scheint es jedoch vermessen anzunehmen, ein so erfahrener Hersteller wie Yamaha würde dieses Konzept ohne guten Grund entwerfen. Und so stellt sich bei näherer Betrachtung die Einsicht ein, dass dieses äußerst ausgeklügelte und präzise abgestimmte Lautsprecher-Arrangement wohl offenbar notwendig ist, um das durchaus kühne Versprechen einzulösen, für das die YSP-5600 steht: Die Wiedergabe von bis zu 7.1.2 Kanälen oder anders ausgedrückt die adäquate Darstellung einer vollständigen 3D-Surround Mischung, selbstverständlich inklusive der speziellen Höhensignale.
Um den entsprechenden Effekt zu erzielen, befinden sich an den Außenseiten der Soundbar jeweils sechs nach oben gerichtete Lautsprecher, die die dafür vorgesehenen Signale in Richtung Decke abstrahlen, während 32 über die gesamte Fläche verteilte Treiber durch exaktes Ineinandergreifen die klassischen Surroundkanäle abbilden. Zwei Tieftöner, die für einen noch überzeugenderen Bass um den Wireless-Subwoofer SWK-W16 ergänzt werden können, komplettieren schließlich das System. Zurecht legt Yamaha großen Wert auf die Tatsache, dass der entstehende Surround-Mix nicht wie bei einigen anderen Soundbars ausschließlich virtuell erzeugt und dann über ein Stereo-Setup ausgegeben wird, sondern tatsächlich durch das gezielte Verteilen und Verzögern der einzelnen Surround-Signale unter Einbeziehung der Raumreflexionen entsteht. Einzig bei der Nutzung der maximalen Kanalanzahl (7.1.2) werden die Informationen der beiden mittleren Surroundkanäle anteilig auf die Front- und Back-Surroundkanäle gemischt (in der Grafik weiter unten grün markiert).
Die Verteilung sämtlicher Signale auf das komplexe Lautsprecher-System erfolgt mittels des integrierten DSP. Grundsätzlich stehen vier verschiedene Betriebsmodi zur Verfügung: „3D Surround“ für die Wiedergabe von Dolby Atmos (und DTS:X) Signalen, „Surround“ für normale Surround-Mischungen ohne Höheninformationen, „Stereo“ für eine herkömmliche Stereowiedergabe und „Target“ für störungsarmen (Mono-)Betrieb zu später Stunde mit einer sehr gezielten Ausrichtung des Schalls ausschließlich auf die Hörposition. Darüber hinaus lassen sich optional eine Reihe von Presets zur weiteren Beeinflussung des Gesamtklangs aktivieren, wenn sich die YSP-5600 in einem der beiden Surround-Modi befindet. Diese gliedern sich in die drei Kategorien „Movie“, „Music“ und „Entertainment“. Zudem ermöglicht Yamaha dem Kunden eine noch weitreichendere Konfiguration der YSP-5600 entsprechend der gegebenen Raumsituation, die sowohl manuell als auch automatisch mithilfe des beiliegenden IntelliBeam-Mikrofons erfolgen kann und unter anderem die Anpassung der Abstrahlwinkel mit einschließt.
Gute Verbindungen
Neben dem durchdachten Lautsprecher- und DSP-Konzept ist auch die sonstige Ausstattung der YSP-5600 Soundbar bemerkenswert umfangreich. Das Anschlussfeld umfasst zunächst vier HDMI 2.0 Eingänge sowie einen HDMI 2.0 Ausgang, die allesamt HDCP 2.2 kompatibel sind und 4K-Material mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde weiterleiten (4K-Pass-Through). Hinzu kommen Anschlussbuchsen für einen Subwoofer, ein analoger Cinch-, ein digitaler Coaxial- sowie zwei optische TOSLINK-Eingänge. Weiterhin verfügt die YSP-5600 über jeweils einen IR-In und IR-Out, eine RS-232C Schnittstelle, einen USB-Port zur Installation von Firmware-Updates, den obligatorischen Netzkabelanschluss und eine Ethernet-Buchse, um die Soundbar in das heimische Netzwerk einzubinden. So besteht einerseits die Möglichkeit auf das Angebot verschiedener Streaming-Dienste (Spotify, Napster, Juke) und Internetradios zuzugreifen, während andererseits lokal gespeicherte Medien zum Beispiel über Apple AirPlay, das weit verbreitete DLNA-Protokoll oder im Verbund mit anderen Yamaha Geräten via MusicCast auf die YSP-5600 gestreamt werden können. Alternativ zur kabelgebundenen Variante lässt sich die Netzwerkintegration dank des eingebauten WLAN-Moduls auch drahtlos realisieren. Besteht keine Netzwerkverbindung kommuniziert die Yamaha Soundbar wahlweise auch über den Kurzstrecken-Funkstandard Bluetooth.
In Anbetracht der vielfältigen Netzwerkfunktionen ist es kaum verwunderlich, dass sich die YSP-5600 nicht nur mit der im Lieferumfang enthaltenen und im Übrigen sehr übersichtlich gestalteten Fernbedienung, sondern auch via Smartphone oder Tablet steuern lässt. Zu diesem Zweck steht für Android und iOS Geräte die „Yamaha Home Theater Controller“ App in den entsprechenden Stores zum kostenlosen Download bereit. Der Funktionsumfang ist dankenswerterweise sehr üppig ausgefallen, sodass neben der Auswahl der Quellen oder dem Wechsel der oben beschriebenen Wiedergabemodi auch diverse Detail-Einstellungen inklusive der vollständigen Raumanpassung direkt von der Hörposition aus vorgenommen werden können.
Unser Eindruck
Mit seinem beeindruckenden Arrangement, bestehend aus nicht weniger als 46 einzeln angetriebenen Lautsprechern, der umfassenden Unterstützung der meisten relevanten Standards sowie den vielfältigen Anschluss- und tiefgreifenden Einstellungs-möglichkeiten hinterlässt Yamahas neue High-End Soundbar einen außerordentlich vielversprechenden Eindruck. Wie bereits eingangs erwähnt wird die YSP-5600 im Rahmen der Langen Nacht der Ohren erstmals bei uns zu hören und danach in Kürze auch regulär verfügbar sein.
Hier finden Sie auch eine Videovorstellung der Yamaha YSP-5600.




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