Microwave I und II/XT in einem Instrument
Der Waldorf M ist ein Hybrid-Wavetable-Synthesizer, der die Klangwelt der frühen Microwave-Modelle in ein modernes Desktop-Instrument überträgt. Zwei digitale Wavetable-Oszillatoren pro Stimme können unabhängig im Classic Microwave I- oder im Modern Microwave II/XT-Modus betrieben werden. Der Classic-Modus reduziert 16-Bit-Wavetables auf 8 Bit und arbeitet mit einer nicht antialiasenden Sample-Rate von 240 kHz. Dadurch entsteht der charakteristisch raue und direkte Klang des ursprünglichen Microwave I. Im Modern-Modus werden bandbegrenzte Wavetables bei 40 kHz genutzt; hier stehen zusätzlich echter Hard Sync und Ringmodulation bereit.
Analoge Hybrid-Signalführung
Auf die digitalen Oszillatoren folgen ein analoges 24-dB-Lowpass-Filter und ein echter analoger Stereo-VCA. Das Filter basiert auf dem SSI 2144 Improved Ladder Type und bietet Resonanz sowie analoge Sättigung. Der VCA besitzt pro Stimme eine Stereo-Panning-Option. Diese Kombination verbindet die digitale Präzision und Vielfalt der Wavetable-Synthese mit analoger Klangformung. Der M bietet damit sowohl markante digitale Texturen als auch warme, gesättigte Bässe, Flächen und Leads.
Polyphonie und Multitimbralität
In der Grundausstattung ist der Waldorf M achtstimmig polyphon; mit einer optionalen Erweiterungskarte stehen bis zu 16 Stimmen zur Verfügung. Der Synthesizer ist vierfach multitimbral und kann jeden der vier Parts auf einen separaten Stereo-Aux-Ausgang routen. Das erleichtert die Bearbeitung einzelner Klangparts über ein Mischpult oder externe Effekte. Mit 2.048 Soundprogrammen in 16 Bänken sowie 128 Multi-Programmen besitzt der M eine umfangreiche Klangbibliothek. Darin enthalten sind klassische Microwave-I-Soundsets, PPG-Wave-2.3-Klänge und neue Sounds für die erweiterten Funktionen.
Modulation und Performance
Der Waldorf M verfügt über vier Hüllkurvengeneratoren. Darunter befindet sich eine loopfähige Wave-Hüllkurve mit acht Zeit-/Pegel-Punkten sowie eine frei zuweisbare loopfähige Hüllkurve mit vier Punkten. Zwei LFOs liefern weitere periodische Modulationen. Im Unterschied zu vielen anderen Waldorf-Synthesizern arbeitet der M nicht mit einer zentralen Modulationsmatrix. Die Modulationsziele werden direkt auf den zugehörigen Display-Seiten eingestellt. Ein Arpeggiator mit 16 Patterns, Chord Mode und MIDI-Clock-Synchronisation erweitert die Live- und Sequencing-Möglichkeiten.
Anschlüsse und Integration
Der M bietet einen Stereo-Main-Ausgang, vier Stereo-Aux-Ausgänge und einen eigenen Stereo-Kopfhörerausgang mit Lautstärkeregler. MIDI steht über klassische 5-Pol-DIN-Buchsen für In, Out und Thru sowie über USB 2.0 zur Verfügung. Ein SD-Kartenslot dient Firmware-Updates, dem Sichern und Laden von Sounds sowie dem Import und Export eigener Wavetables. Der Synthesizer ist mit SysEx-Nachrichten des klassischen Waldorf Microwave I kompatibel und kann somit historische Soundbänke übernehmen. Eine 75-mm-VESA-Aufnahme ermöglicht die Montage auf geeigneten Monitor- oder Tischständern.
Zielgruppe und Einordnung
Der Waldorf M richtet sich an Musiker und Produzenten, die den charakteristischen Klang der Microwave- und PPG-Wavetable-Tradition suchen, aber moderne Funktionen und eine zuverlässige Hardware-Umsetzung bevorzugen. Er eignet sich für elektronische Musik, Sounddesign, Live-Performance und Studioproduktion. Die Verbindung aus digitalen Wavetables, analogem Filter, analogem Stereo-VCA, vierfacher Multitimbralität und umfangreichen Ausgängen macht ihn besonders flexibel. Wer charakterstarke digitale Klänge mit analoger Tiefe und direkter Bedienbarkeit kombinieren möchte, erhält mit dem Waldorf M eine eigenständige und leistungsfähige Synthesizer-Plattform.
Données techniques
| Typ | Hybrid-Wavetable-Desktop-Synthesizer |
|---|---|
| Klangarchitektur | Digitale Wavetable-Oszillatoren mit analogem Filter und analogem Stereo-VCA |
| Oszillatoren | 2 Wavetable-Oszillatoren pro Stimme, unabhängig konfigurierbar |
| Oszillator-Modi | Classic Microwave I und Modern Microwave II/XT |
| Polyphonie | 8 Stimmen, optional 16 Stimmen mit Erweiterungskarte |
| Multitimbralität | 4-fach, vier Parts auf separate Stereo-Aux-Ausgänge routbar |
| Filter | Analoger 24-dB/Okt.-Lowpass-VCF, SSI 2144 Improved Ladder Type, Resonanz und Sättigung |
| Verstärker | Echter analoger Stereo-VCA je Stimme, mit Panning |
| Wavetables | 96 Factory-Wavetables, 32 User-Slots |
| Hüllkurven und LFOs | 4 Hüllkurven, einschließlich 8-Punkt-Loop-Envelopes; 2 LFOs |
| Arpeggiator | 16 Patterns, Chord Mode und MIDI-Clock-Synchronisation |
| Speicher | 2.048 Sounds in 16 Bänken; 128 Multi-Programme |
| Audioausgänge | Stereo Main Out, 4 Stereo-Aux-Ausgänge, regelbarer Kopfhörerausgang |
| MIDI und Daten | MIDI In/Out/Thru über 5-Pol-DIN, USB 2.0 MIDI, SD-Karte, Microwave-I-SysEx-kompatibel |
| Bedienung | Grafikdisplay mit vier Endlosreglern, direkter Modulationszugriff über Display-Seiten |
| Montage | VESA-75-Aufnahme an der Unterseite, Kensington-Slot |
| EAN | 4260126380967 |